Sonderveranstaltung in Protzen: Bau des Windparks schreitet voran 

Sonderveranstaltung in Protzen: Bau des Windparks schreitet voran 

Im Gutshaus Protzen haben die Ortsbeiräte von Protzen und Manker am 18. September 2026 über den Start der Bauarbeiten am Windpark Protzen/Manker/Stöffin informiert. 

Auf dem Podium saßen Vertreter von unlimited energy und der Gemeinde Fehrbellin, die den Zeitplan, die Geldflüsse und die offenen Baustellenfragen erläuterten. 

Ein Vertreter der Stadtwerke Neuruppin war ebenfalls präsent.

Die Veranstaltung war im Vorfeld streng gesteuert. Fragen konnten schriftlich eingereicht werden, eine Auswahl wurde vorab getroffen, und ein offizielles Protokoll sollte es nicht geben. 

Dass das Projekt inzwischen von der ersten Entwicklergeneration an größere Akteure übergeben wurde, markiert zugleich einen Wechsel an den Schaltstellen des Vorhabens.

Politisch brisant wurde der Abend vor allem dort, wo es um Transparenz und Verteilung der Einnahmen ging. Bürgermeister Mathias Perschall betonte zwar, über das Projekt künftig proaktiv informieren zu wollen, zugleich hinterließ sein Auftritt den Eindruck, dass die Debatte um die Verwendung der Windgelder bereits jetzt von gegensätzlichen Erwartungen geprägt ist.

Beim Bauablauf nannten die Beteiligten einen klaren Fahrplan: Im Oktober sollen die Fundamente gegossen werden, im Mai 2027 stehen die ersten Schwertransporte an, im Juli 2027 sollen die ersten Anlagen errichtet sein und im März 2028 soll Strom ins Netz fließen. Besonders deutlich wurde dabei, welche Belastung die Bauphase für Protzen mit sich bringen dürfte.

Auf die Frage nach dem Verkehr nannte der Bauleiter 16 Betonmischer im Umlauf, gemeint waren wahrscheinlich die gleichzeitige Zahl der Fahrzeuge für einen Fundamentguss. Bei bis zu 950 Kubikmetern Beton pro Fundament ist mit weit über hundert Fahrten pro Fundament innerhalb von 10 Stunden zu rechnen. Dass der Bürgermeister den zusätzlichen Verkehr mit dem Hinweis auf frühere Belastungen an der A24 relativierte, dürfte im Ort kaum beruhigend gewirkt haben.

Auch bei der Infrastruktur zeigten sich offene Punkte. Die Stadtwerke Neuruppin sollen nur eine statt zwei Anlagen übernehmen, eine direkte Leitung in die Warmwasseraufbereitung gibt es nach Angaben der Beteiligten nicht, und die genaue Route des Schwerlastverkehrs bleibt weiterhin unklar. Die eigentliche Erschließung erfolge über Leitungen aus Richtung Walsleben, wo noch ein Umspannwerk entstehe.

Besonders aufmerksam verfolgten viele den Teil zu den Zahlungen an die Gemeinde. Für Fehrbellin wurde eine jährliche kommunale Beteiligung von 305.646 Euro genannt; zusätzlich steht eine brandenburgische Sonderabgabe von 281.734 Euro pro Jahr im Raum. Die kommunale Beteiligung nach § 6 EEG ist freiwillig, die brandenburgische Sonderabgabe dagegen gesetzlich geregelt und für neue Windanlagen mit 5.000 Euro je Megawatt installierter Leistung und Jahr angesetzt.

Kontrovers blieb auch die Frage nach den Betriebszeiten der Anlagen. Zur nachträglichen Genehmigung eines 24/7-Betriebs der zwei verbliebenen Vestas-Anlagen wollte sich Herr Fröhler nicht für Eurowind äußern. Für Kritiker steht diese Genehmigung im Widerspruch zu früheren Zusagen, wonach die Anlagen zum Schutz von Fledermäusen und aus Lärmschutzgründen nachts gedrosselt oder abgeschaltet werden sollten.

Am Ende deutete vieles darauf hin, dass das Projekt nicht bei der jetzigen Ausbaustufe stehen bleibt. Michael Schwarz bestätigte, dass am nordwestlichen Rand des Gebiets bereits zwei weitere Anlagen geplant seien. Die Frage, wohin die Zahlungen tatsächlich fließen, blieb derweil politisch heikel: Nach den gesetzlichen Vorgaben sollen sie den betroffenen Ortsteilen in Protzen und Manker zugutekommen und dort Maßnahmen zur Akzeptanzförderung ermöglichen.

Was der Gesetzgeber als Akzeptanzförderung beschreibt – soll tatsächlich die teilweise erheblichen finanziellen Einbußen und die Entwertung der Lebensqualität der betroffenen Ortsteile ausgleichen.

So kann der finanzielle Schaden allein in Protzen und Manker durch entwertete Immobilien bei bis zu 8 Mio Euro liegen. 

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