Fakten

Geplant ist der Bau von 16 + Windkraftanlagen (maximal 20 laut Planungsentwurf für das Windeignungsgebiets) vom Typ Vestas V162 zwischen den Dörfern Protzen, Manker und Stöffin. Dabei handelt es sich um eine neue Dimension von Windkraftanlage – jedes Einzelne ist wenigstens 250m hoch und hat einen Durchmesser von 162 Metern.

Konkret liegt der Antrag von drei Firmen für jeweils drei, elf und zwei mal einer WKA vor.

Es ist zu befürchten, daß das Gebiet dann im Nachgang erweitert werden wird und noch weitere Anlagen hinzukommen.

Insgesamt handelt es sich also um vier separate Genehmigungsverfahren. Während die Antragsteller Hand-in-Hand arbeiten können und ihre Gutachten teilen, mussten wir Kritiker für jedes einzelne Verfahren gesondert Einwendungen vorbringen. Momentan (Stand 09/2021) warten wir auf die Einhaltung der Erörterungstermine, an denen unsere Einwendungen erläutert und nach Möglichkeit geklärt werden sollen. Einen ersten hat man bereits kurzfristig abgesagt.

Völlig unabhängig von diesen vorgenannten Genehmigungsverfahren, läuft gerade noch das Genehmigungsverfahren für das Windeignungsgebiet, in dem diese Anlagen errichtet werden sollen – also die Grundvoraussetzung für den Bau der Anlagen. Einwendungen können noch bis zum 20.10.2021 eingereicht werden.

Die Anlagen sollen in unmittelbarer Nähe zu den Ortschaften Protzen, Manker, Küdow und Stöffin errichtet werden. Genau in dem Korridor, durch den im Herbst und Frühjahr hunderte wenn nicht tausende Kraniche und Wildgänse täglich zwischen Futter- und Ruheplätze fliegen.

Unser Landschaftsschutzgebiet, das Luch, grenzt unmittelbar an das geplante Areal. Auf der Karte wird die unmittelbare Nähe zum Naturschutzgebiet Linum bewußt.

Die Prägung unserer Landschaft durch Wiesen, Weiden, Kanäle, Sümpfen und Biotopen samt deren diversen und zahlreichen Bewohnern, soll durch Industriebauten gigantischem Ausmaßes ersetzt werden.

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Quadratmeter Drehbereich
pro WKA

Bei einer Rotorlänge von 81 Meter ergibt sich ein Drehbereich von 20612 Quadratmetern. Das ist die Fläche, die von den drei Rotoren durchschnitten wird.

Diese Fläche entspricht der Größe von vier Fußballfeldern.

Die geplanten 16+ Windkraftanlagen würden 38 Hektar Luftraum durchpflügen – und das gut gestaffelt – so daß kein Windrad im Windschatten des anderen steht – mit anderen Worten bis in eine Höhe von 250m – bei einer Gesamtfläche von 38 Hektar, gibt es kein Durchkommen für die hier ansässigen oder durchziehenden Vögel.

Sollte die maximale Anzahl an möglichen Windkraftanlagen realisiert werden, dann sprechen wir sogar von 47 Hektar!

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Hektar durchpflügter Luftraum - wenigstens!
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Quadratmeter dauerhaft versiegelte Fläche - wenigstens!

Die Fundamente der Anlagen, sowie deren Erschließung durch Straßen, wird über 60.000 qm Boden dauerhaft versiegeln, bzw. zerstören.

Dadurch wird die Wasseraufnahme der Böden gestört, Lebensraum und ein weiterer CO2 Speicher geht verloren.

An der Stelle sei angemerkt, daß die ultimative Verantwortung für die Bauten, bei den Grundstückseigentümern liegt. Die Firmen, die die Rückbauverpflichtungen unterschrieben haben, haben Stand 09/2021 nur unzureichend hohe Bilanzsummen um für einen zukünftigen Rückbau aufkommen zu können.

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Dezibel

Jede Windkraftanlage verursacht Lärm. Geräuschquellen sind vor allem das Getriebe und die Geräusche die durch den Rotor erzeugt werden. Zusammen ergibt das eine Lärmemission von 106,4 Dezibel. Das ist in etwa so laut wie eine schwere Rüttelplatte.

Neben des Schallpegels sind auch die Frequenzen des emittierten Lärms wichtig, um die Auswirkungen verstehen zu können.

Im Vergleich zu kleineren Anlagen mit kürzeren Rotoren, verschiebt sich der Bereich mehr in den langwelligen Bereich –  in den Bereich unter 16 Hz. Damit wird die Emission von Infraschall vergleichsweise erhöht. Leider ist die Forschung im Bereich Infraschall noch heftig am diskutieren, inwieweit der Mensch vom Infraschall betroffen ist – und wie stark. Über die Auswirkung von dauerhaft erhöhten Infraschallemissionen auf andere Lebewesen sieht es noch düsterer aus.