Fehrbelliner Dächerprogramm

im Zuge des Engagements gegen den Bau der Windkraftanlagen zwischen Manker, Küdow, Stöffin und Protzen, haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir Alternativen für den Ausbau der erneuerbaren Energien konkret in unserer Gemeinde Fehrbellin vorantreiben können.

Wir wollen bewußt und deutlich positive Zeichen eines Aufbaus und Aufbruchs setzen, statt nur gegen – leider absurde und kontraproduktive – Bauvorhaben zu sein.

Daher haben wir uns entschlossen der Gemeinde Fehrbellin folgendes Programm vorzuschlagen:

Ausgangslage

Ein entscheidender Vorteil der eneuerbaren Energien ist die prinzipielle Möglichkeit einer dezentralen Energieversorgung.

Berücksichtigt man die Ökonomie und auch das Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen im Sinne eins CO2 Fußabdrucks bei Photovoltaik-Anlagen, dann stellt sich relativ leicht ein Fokus auf Kapazitäten, maßgeschneidert auf den eigenen Bedarf mit einer kurzfristigen Speicherung kleinerer Kapazitäten im eigenen Haushalt ein.

Nimmt man die derzeitige politische Diskussion ernst, dann dürften wir bald wenigstens ein Subventions- / Sanktions- Paket für Neubauten sehen, das dafür sorgt, daß die Photovoltaik zum festen Bestandteil des Neubaus wird.
Aber es wird dadurch auch ein verpflichtender Mehraufwand hinsichtlich Planung und Mehrkosten auf die Bauherren zukommen, die nicht einfach zusätzlich zu meistern sein werden. Die Planung muss auch immer individuell vorgenommen werden, wenn die Anlage effizient liefern soll. Das dürfte viele Bauherren vor konkrete Probleme stellen.

Des Weiteren haben wir viele Eigentümer in der Gemeinde, die sich auf ihren Bestandsdächern eine Anlage für den Eigenbedarf gut vorstellen können –
sich aber fragen, wo fange ich an und wie viel wird es mich am Ende kosten? Wem kann ich vertrauen mir überhaupt ein seriöses Angebot zu erstellen, das

a) meinen Bedarf richtig einschätzt,
b) meine finanziellen Möglichkeiten berücksichtigt bzw. transparent die Kosten darstellt und
c) am Ende mich nicht übervorteilt?

Die Antworten sind sicherlich nicht einfach und vor allem können diese – entgegen der Suggestion vieler derzeit kursierender Online-Tools – nicht nach einem einfachen Schema verlässlich geliefert werden. Daher möchten wir zusammen mit unserer Gemeinde Fehrbellin ein übersichtliches Beratungsprogramm erarbeiten, das vorgenannte Hürden überkommt.

Die Idee

Der Gemeinde wird ein Beratungskonzept zur Verfügung gestellt, das aus zwei Teilen besteht:

1. Teil: telefonische Beratung

die Beratung am Telefon ist in zwei Teilen strukturiert. Im ersten Teil werden die Kerndaten abgefragt, wie z.B. Ort, Ausrichtung, Dachform, grobe Dachfläche aber auch ob bereits Überlegungen hinsichtlich Finanzierung erfolgten bzw. mit wieviel Eigenkapital zu rechnen ist.
Die Fragen des ersten Blocks dienen vor allem dazu, die Ernsthaftigkeit der Auseinandersetzung mit dem Thema zu eruieren. Sollte die Mehrheit der Fragen gut beantwortet werden können , dann wird in einem zweiten Block vertieft. Sollte dies nicht möglich sein, dann kann dem Anrufer ein Merkblatt zugeschickt werden, in dem die wesentlichen Aspekte aufgeführt werden und er die Chance bekommt in einem weiteren Anlauf das Angebot in Anspruch nehmen zu können. Dieser Punkt sollte nach 5 Minuten spätestens erreicht sein. 

Im zweiten Block werden (voraussichtliche) Verbrauchsdaten, Verhalten bzw. die Bereitschaft das eigene Verbrauchsverhalten zu adaptieren abgefragt.
Nach diesem zweiten Block wird im besten Fall ein Beratungsgespräch vor Ort vereinbart.

Wenn der Interessent dies nicht wünscht, oder in seinen Überlegungen doch noch nicht so weit sein sollte, dann kann auch hier das Merkblatt verschickt werden. 

2. Teil: Beratung vor Ort 

Das Beratungsgespräch vor Ort soll auf eine Stunde limitiert sein. In diesem Termin wird zu allererst die Situation vor Ort verifiziert.
Daten werden aufgenommen und die einzelnen Bestandteile einer konkreten Anlage grob geschätzt.

Hierfür soll ein Punkte-System genutzt werden, das jeden Bestandteil in seiner Komplexität bzw. Aufwand zusätzlich zu den grundsätzlichen Kosten (Komponenten und Infrastruktur) grob einschätzen lässt.

Es können auch maximal zwei Alternativen aufgezeigt werden (z.B Mini- Lösung und eine Komfort-Lösung) . Anhand dieses Scorings kann sowohl die ökonomische als auch die energetische Seite gut eingeschätzt werden.

Der Interessent soll nach dem Gespräch in der Lage sein, eine gute Einschätzung vornehmen zu können:
– wie viel Strom kann potentiell generiert werden?
– welcher Anteil Eigenbedarf kann gedeckt werden ?
– muss das Verbrauchsverhalten angepasst werden – bzw. mit welchem Verhalten kann die Bilanz zum eigenen Vorteil verändert werden ?
– mit welchen Kosten muss gerechnet werden ?

Die konkreten Schritte für eine Umsetzung des Vorhabens kann ausgehändigt werden. Des weiteren kann eine Liste von Ausführenden – eine Art Firmenregister der Region – ausgehändigt werden, die eine konkrete Planung und Ausführung bewerkstelligen könnten.

Durch einen klaren Bezug zur Region versprechen wir uns ein gesteigertes Vertrauen in die Ausführenden und auch in die Gewährleistung für die auszuführenden Arbeiten (im Unterschied vor allem zu Angeboten die im Netz kursieren) 

Das Ziel

Ziel dieses Projekts ist es, möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern, die eine Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Dach haben möchten, einen möglichst einfachen Zugang bzw. Einstieg in die Selbstversorgung mit Energie zu ermöglichen. 
 
Darüber hinaus versprechen wir uns damit ein gesundes Verständnis für die Herausforderungen die ein möglichst hoher Grad an Autarkie mit sich bringt.
 
So gut wie jeder Anbieter, einer für den hausgebrauch geeigneten Anlage, liefert auch gleich Möglichkeiten mit, die eigene Produktion, wie auch den eigenen Verbrauch in (fast) Echtzeit zu beobachten. Davon versprechen wir uns nicht zuletzt auch ein neues Bewußtsein im eigenen Verbrauchsverhalten.
Jedes Kilogramm CO2 das vermieden wird, ist ein kleiner Schritt dem Klimawandel entgegenzuwirken.
 
Ihr findet unsere Idee gut? Habt Anregungen oder Kritik? Dann schreibt uns eine Email an info@gegenwind-protzen.de