Dauergrinsen macht’s nicht wahrer!

Herr Uebach, der Chef der Stadtwerke Neuruppin, suchte jüngst den engen Schulterschluss mit Herrn Zimmermann von der InVentus GmbH und ließ verlauten wie wichtig die zwei WKAs der insgesamt 16 geplanten WKAs für die Stadtwerke wären, gerade im Hinblick auf die Folgen der menschlichen Tragödie in der Ukraine. Nun muss jeder wissen welche Argumente und welche Gelegenheiten genutzt werden, um seine Ziele voran zu bringen. Wir als Initiativen gegen die Umweltzerstörung vor Ort, waren jedenfalls mehrere Tage nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine vor allem eins: sprachlos. Sprachlos angesichts des menschlichen Leids, das alle unsere Probleme die wir hier vor Ort haben, in den Hintergrund treten lässt.

Wir möchten an dieser Stelle betonen, dass die Äußerungen, von Uebeach und Zimmermann, an Scheinheiligkeit schwer zu überbieten sind. Es sind die Energieversorger, wie die Stadtwerke Neuruppin, denen bis vor kurzem das Gas nicht billig genug sein konnte. Und die riesigen Importmengen an Energieträgern aus Russland sorgten lange Zeit für günstige Preise. Die Mengen die wir aus Russland beziehen, sind stetig gewachsen- heute haben wir ein Problem der Diversifikation der Bezugsquellen. Es ist zweifellos bedauerlich, dass eine zu große Abhängigkeit von russischen Energieträgern, uns vor schwierige Entscheidungen stellt. Auch haben wir als Land nun ein großes Problem bei der Umsetzung der Energiewende: Die Gaskraftwerke waren ein entscheidender und wichtiger Faktor in der Transformation (Sicherung der Grundlast). Heute blasen wir mehr CO2 in die Luft als in den vergangenen Jahren, weil die Kohlekraftwerke hochgefahren werden müssen. 

Aber die Äußerungen von Herrn Uebach können nicht darüber hinweg täuschen, dass die Stadtwerke Neuruppin auch zukünftig Erdgas für die Versorgung der Stadt benötigen werden. Und dann wird es ihm wieder naturgemäß nicht billig genug sein können. Des weiteren hätte er die nötigen Windkraftkapazitäten längst haben können (und vor allem deutlich günstiger) , wenn er sich für den Erhalt des bereits existierenden kleinen Windparks an der Autobahn Stöffin eingesetzt und repowered hätte – aber der musste weichen, um die Planung des sehr viel größeren Windparks Protzen-Manker nicht zu gefährden.

Das war für die Stadtwerke Neuruppin die sehr viel attraktivere Variante – auch wenn länger auf die Anlagen gewartet werden muss – es gibt nämlich ein schönes Nebengeschäft: Würde der Windpark Protzen-Manker realisiert werden, würde ein neues Umspannwerk gebaut werden, dessen Finanzierung dank der Beteiligung potenter Investoren im Hintergrund wie z.B. der Münchner Stadtwerke (diese stehen hinter dem Investor Unlimited Energy), schon eingetütet ist. Und das funktioniert nur mit einem großen Windpark Protzen-Manker in dem die größten Onshore Anlagen überhaupt stehen sollen. Wie immer muss nur der Spur des Geldes gefolgt werden, um die realen Gegebenheiten zu verstehen.

Was Herrn Zimmermann betrifft so fragen wir uns, ob der Mann überhaupt einen Funken Anstand hat. Er jammert öffentlichkeitswirksam, dass er gerne die Bürger vor Ort informiert und mitgenommen hätte – aber leider wäre das aufgrund der Pandemie nicht möglich gewesen und auch hätte sich die Gemeinde Fehrbellin nicht kooperativ gezeigt. 

Die Gegeninitiativen aus Temnitz, Manker und Protzen mussten sich unter schwierigsten Corona-Auflagen organisieren, treffen und haben Veranstaltungen durchgeführt. Bei einem Treffen der Initiativen hat sich besagter Herr Zimmermann eingeschlichen  (die Maske war eine gute Tarnung) und hat sich in aller Seelenruhe unser Vorgehen und unsere Abstimmungen angehört. Erst als die Veranstaltung beendet war, hatte er seine Identität auf Nachfrage offenbart. Kurzum hätte er gewollt, wäre es ihm auch möglich gewesen die Bürger aus seiner Sicht zu informieren – genauso wie er all diejenigen informieren konnte, deren Land er für seine kurzsichtigen Pläne gepachtet hat. Herr Zimmermann will ja nun über eine Webseite die Bürger – sozusagen im Nachgang – informieren. Vor allem weil die Initiativen falsche Informationen streuen würden. Wir sind gespannt was er uns konkret als „falsch“ beweisen möchte. Wir wissen schon heute, für welche Falschheit er steht.