Zum Besuch von Bürgermeister Ruhle und Stadtwerke-Geschäftsführer Uebach in Stöffin am 7.Juli 2021

Die Stimmung ist aufgeladen: Interessenskonflikte sind offensichtlich und Kommunikation erfolgt nur nach Aufforderung. Nachdem dem Ortsvorstand in Stöffin von seinen Bürgern der Rücktritt nahegelegt worden ist (dem der Ortsvorstand mehrheitlich auch initial nachgekommen ist) kam der Bürgermeister Neuruppins, Herr Ruhle nach Stöffin, um mit seinen Worten zu sprechen … “ zu informieren“.

Inwieweit man von einem ehrlichen Anliegen einer Information im Sinne einer Aufklärung sprechen kann, wenn man bewußt die einzige nennenswerte Möglichkeit einer Reaktion hat vertreichen lassen (Neuruppin hat dem Genehmigungsverfahren der ersten 14, 250m hohen Windkraftanlagen nicht widersagt), sei dahin gestellt.

Herrn Uebach von den Stadtwerken, wird das ganz sicher nicht den Schlaf rauben, im Gegenteil, mit den jüngsten Auflagen bzw. Anforderungen hinsichtlich Klimaneutralität, erlauben die geplanten Anlagen auch den Statdtwerken Neuruppin sich als klimaneutral zu präsentieren. Dabei geht es natürlich auch um Geld – und eine positive CO2 Bilanz des Unternehmens macht sich buchstäblich bezahlt.

Janett Höpner aus Stöffin war bei dem Treffen dabei und hat diesen Leserbrief verfasst:

Und der Windpark kann doch verhindert werden!

Bürgermeister, Nico Ruhle ist der Einladung der Stöffiner Bürger zu einem Austausch über brennende Fragen i.S. Windpark Manker-Protzen-Stöffin gefolgt. Im Schlepptau zur Unterstützung, hatte er den Stadtwerke-Geschäftsführer, Herrn Uebach.

Beide signalisierten Verständnis für die Ängste und Sorgen der Stöffiner. Herr Ruhle stellte gleich zu Beginn klar: „Wir werden Sie mit unseren Argumenten nicht überzeugen können!“ Stadtwerke-Chef Uebach betonte: „Ich wollte hier eigentlich niemals stehen und erklärte, dass er einen anderen Standort an der Autobahn favorisiert hatte. Mit so viel Verständnis umworben, lief die Veranstaltung auch sehr sachlich und solide ab. Ein großes Lob hier an die Stöffiner, die ihre Emotionen im Zaum behielten.

Der Stadtwerke-Chef stellte sich als „die Guten“ dar, die nicht nur abzocken, sondern der Neuruppiner Bevölkerung „Wärme“ geben und unser Bürgermeister blieb unverbindlich „…falls das rechtlich umsetzbar sei.“  Eines ist auf jeden Fall klar geworden. Die Stadt hat ein wirtschaftliches Interesse daran, dass der Windpark gebaut wird. Sie hat bestätigt, dass sie mit 2 Windrädern beteiligt wird. Deshalb wurden die Einwände der Bürger zwar gehört, letztendlich aber ignoriert. Frei nach dem Motto von Herrn Ruhle „Wenn wir es nicht tun, machen es andere“ stellt er es so hin, als gäbe es keinerlei Möglichkeiten. Doch die Stadt könnte, wenn sie wollte. Fehrbellin hat es vorgemacht und seine Straßen für die Baufahrzeuge gesperrt. Dies auch für ihre Bürger in Stöffin zu tun, dazu ist die Stadt nicht bereit! Schade, Herr Bürgermeister. Ich hatte gehofft, dass Sie wirklich der Bürgermeister für alle sein wollen, insbesondere für die Ortsteile, die sie gewählt haben.

Auch wenn die beiden Herren die Gelder, die eventuell auch nach Stöffin fließen könnten, immer mal wieder erwähnten, machten die Stöffiner klar. „Kein Geld der Welt kann uns unsere Gesundheit zurückgeben!“ Die Landschaft wird zerstört. Die Ruhe ist dahin. Den Erholungswert, warum so viele auf dem Dorf wohnen, wird es nicht mehr geben!

Doch wenn die Feldlerche und der Singschwan, wie von Herrn Uebach erwähnt, zum Aus-Kriterium für Windräder wurden, so kann es den Menschen von Küdow, Manker, Protzen, Walchow und Stöffin ebenfalls gelingen, für ihre roten & schwarzen Milane, Seeadler, Kraniche, Feldlärchen, Fledermäuse, Pirole und anderen „Freunde“ die Felder und kleine Seen unverbaut zu erhalten.

ES IST NOCH NICHT ZU SPÄT! Es ist noch nicht alles in Sack und Tüten! Wir Bürger haben die Möglichkeit, dem Landesamt für Umwelt unsere Einwände gegen den Windpark schriftlich darzulegen. Wir haben auch noch die Möglichkeit unsere Einwendungen gegen den Regionalplan einzureichen. Werdet aktiv, lasst nicht zu, dass es hinterher heißt, wir waren alle damit einverstanden!

Janett Höpner, Stöffin